html5 quelltext

Websites wurden früher (und werden immer noch) von Grund auf manuell im HTML Quelltext (Sourcecode) geschrieben. Zuerst zeichnet man die Struktur der zu erstellenden Website auf und beginnt dann mit dem Schreiben des HTML Quelltextes. Kurz zusammengefasst ging der Weg von HTML (keine Versionsnummer) über XHTML und schlussendlich sind wir bei HTML 5.

HTML Sprache
Obwohl man oft den Begriff HTML-Programmierung hört, ist HTML keine Programmiersprache im eigentlichen Sinn, sondern „eine text-basierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten“ (Wikipedia). HTML wurde 1989 von Tim Berners Lee am CERN entwickelt.

What you see is what you get
Ungefähr 1997 kamen dann die ersten WYSIWYG HTML-Editoren, wie z.B. Dreamweaver, auf den Markt, die es auch dem nicht so geübten HTML Coder ermöglichten, komplexe Websites zu erstellen. Bei diesen HTLM-Editoren gibt es eine Quelltext Oberfläche, wo direkt in HTML codiert wird, und zusätzlich eine visuelle Oberfläche (Vorschau), die einem Textverarbeitungsprogramm ähnlich ist.

Cascading Style Sheet
Mit dem HTML Quelltext alleine konnte man zwar eine Website erstellen, doch bei der Formatierung der Schriften, Tabellen und Hintergründe war die Codierung sehr aufwendig. Bei Änderungen mussten die Anweisungen für die Darstellung neu geschrieben werden. Das bedeutete, dass es keine zentrale Stil-Verwaltung gab.

Der Code war sehr komplex und verursachte einen Overhead. Mehr HTML Quelltext bedeutet, dass der Browser mehr Zeit braucht, um die Website zu laden. Die Ladezeit ist aber ein wichtiges Kriterium für eine erfolgreiche Website.

Mit dem Cascading Style Sheet (CSS) wird die Formatierung ausgelagert und kann viel effizienter verwaltet werden. Man muss somit weniger Code schreiben und die Website wird schneller geladen. Bei einer Layout Änderung wird nur auf das geänderte oder neue externe Stylesheet hingewiesen, und schon hat man mit einem Mausklick ein neues Design.

Content Management Systeme
Das nächste Problem stellte sich, als immer mehr Website Autoren den Inhalt selber bearbeiten wollten. Dabei musste direkt in den HTML Code eingegriffen werden und die Gefahr bestand, dass Formatierungen unabsichtlich geändert oder überschrieben wurden. In solchen Fällen musste der Webmaster den Code wieder in den Originalzustand bringen.

Bei einem CMS wie WordPress ist die Website-Codierung vom Textinhalt getrennt. Der HTML Quelltext ist von unabsichtlichen Änderungen geschützt. Der Webmaster ist für den technischen Teil verantwortlich und die Autoren können sich auf das Schreiben von Inhalten konzentrieren. Die Einarbeitungszeit für einen Autor beträgt ca. einen halben Tag.

cms wordpress

WordPress gehört neben Drupal, Joomla! und Typo3 zu den am meisten installierten Open Source CMS. Wie die Bezeichnung Content Management System schon sagt, geht es um die Verwaltung von Inhalten. Zu Beginn des Web-Zeitalters konnte nur ein versierter HTML Coder in den HTML Quelltext eingreifen und Änderungen vornehmen. Das war oft sehr mühsam, weil man bei der kleinsten Textänderung die Webmaster aufbieten musste.

Open Source
Es lag also Nahe, ein System zu entwickeln, dass es den Autoren ermöglichte auf die Inhalte zuzugreifen, um Änderungen vorzunehmen. Das Risiko des versehentlichen Löschens von wichtigen Formatierungen musste dabei ausgeschlossen werden.

Am Anfang waren diese CMS sehr komplex und auch sehr teuer weil eben auch plötzlich ein grosser Bedarf vorhanden war. Doch 1999 kam die Rettung mit dem ersten frei verfügbaren (Open Source) CMS Typo3. Andere wie WordPress folgten später.

Während Typo3 von der Installation und Bedienung her (meine Meinung) eher komplexer ist, hat sich WordPress schnell durchgesetzt. Laut Wikipedia gibt es weltweit über 60 Millionen installierte WordPress Systeme. Ein Grund mehr, WordPress näher zu betrachten.

Installation
Vorausgesetzt der Server läuft mit einer aktuellen Apache Version, die MySQL Datenbank und die Zugriffsrechte sind konfiguriert, dauert die Installation nur wenige Minuten. Man könnte also nach der Installation gleich loslegen. Doch gibt es noch zusätzliche Programme (Plugins) mit denen WordPress einfacher zu bedienen ist und auch sicherer wird. Was die Sicherheit anbelangt, verwende ich bei meinen WordPress Installationen das Anti Spam Plugin Akismet und zum Schutz gegen Angreifer (Hacker) Better WP Security. Es gibt natürlich noch unzählige andere Plugins. Zum Teil sind es Spielereien aber auch ganz Nützliche. Es ist zu beachten, dass mit der Anzahl aktiver Plugins die Leistung von WordPress abnimmt, dass heisst es wird langsamer, und wer wartet schon gerne im Web.

Design
Wie auch bei den Plugins gibt es bei den Designs (Themes) eine Riesenauswahl. Hauptkriterien bei der Auswahl sind sicher ein responsives Design (die Auflösung wird auf alle Endgeräte angepasst) und ein schlanker und fehlerfreier Code. Doch ehrlich gesagt, wenn man sich in ein Theme verknallt hat, macht man da und dort einige Abstriche. 

Jede Vorlage kann natürlich auch auf die eigenen Bedürfnisse abgeändert werden (das ist das schöne an Open Source). Bei manchen Themes gibt es die Möglichkeit Text, Hintergrund, Breite, Anzahl Spalten, usw. aus dem Admin Menü zu wählen. Doch bei den meisten Vorlagen muss das Theme manuell geändert werden. Wichtig dabei ist zu beachten, dass zuerst ein Child Theme erstellt werden muss. Das Original sind also die Eltern (Parents). Wird dieser Schritt unterlassen, gibt es bei einem eventuellen Theme Update eine grosse Überraschung – alle Änderungen sind dann wieder weg und man steht mit abgesägten Hosen da.

Schreiben/Texten
Bevor Sie richtig loslegen, sollte die Wahl des des Designs (Theme) einen bleibende Sache sein. Man kann schon  gelegentlich ein anderes Design installieren, doch kann es vorkommen, dass Abschnitte im Text plötzlich anders formatiert sind als der Rest. Wenn Sie dann schon einige Seiten oder Beiträge verfasst haben, müssen Sie in mühsamer Arbeit die einzelnen Stellen ändern. 

Die Textformatierung beschränkt sich auf die Grundfunktionen eines Textverarbeitungsprogramms. Mit Farben sollte man eher sparsam umgehen. Schliesslich gibt es ja ein zentrales Style Sheet. Was manuell hinzugefügt wurde, muss auch – wenn es einem nicht mehr gefällt – manuell entfernt werden. Übrigens gibt es die Möglichkeit Texte von Word unformatiert in WordPress einzufügen. Übernehmen Sie bloss nicht die Formatierung von Word, sonst haben Sie einen riesen Code Salat.

Wer was darf bestimmt der Administrator. Er oder sie kann Benutzer hinzufügen und auch wieder entfernen. Es gibt verschiedene Rechte für Abonnenten Mitarbeiter, Autoren und Redakteure. Gäste können in einem Blog Kommentare verfassen, ohne dass sie angemeldet sein müssen. Aber gerade der Gastbereich ist anfällig für Spam.

Medien
Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Diese Weisheit gilt ganz besonders im Web. Bei der Suche haben Mediendateien bessere Chancen gefunden zu werden als Text. Nicht umsonst ist Youtube so erfolgreich. Ein Bild mit einem Titel, Alternativtext und Beschreibung wird von den Suchrobotern (Robots) besser indexiert. Nur Schade, dass gerade diese Möglichkeit mehrheitlich unterschätzt wird. Und noch etwas zur Bildgrösse: mehr als 1024 Pixel (Breite) sind unnötig und verlangsamen WordPress massiv. Am Besten immer eine Vorschau (Thumbnail) mitliefern.